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Mein digitales Ich

Mein physisches Ich ist Tage alt. Es ist auf meine Aufenthaltsorte beschränkt und hat, verglichen mit meinen tausenden Online Kontakten, nur zu wenigen hunderten Menschen direkten Kontakt. Auch ist es derzeit nur mit einer begrenzten Lebensdauer ausgestattet, obwohl diese beständig steigt.

Mein digitales Ich kennt solche Grenzen und Beschränkungen nicht. Es ist 24 Stunden 365 Tage im Jahr wach und jederzeit erreichbar. Selbst wenn ich schlafe kann mein zweites Ich Dinge für mich erledigen. Es kann meine Gedanken tausenden Menschen gleichzeitig zugänglich machen, Anfragen auf Twitter entgegennehmen und verfügt bereits jetzt über unbegrenzte Lebensdauer. Denn das digitale Ich lebt zwischen den Plattformen. Sein Gehirn ist das Hub, ein Blog oder Wiki, ein Tumblr Stream und Delicious. Google Cache sowie die Wayback Bots lassen es nie vergessen. Sein Nervensystem sind die Verlinkungen, Retweets und Likes. Seine Augen sind Flickr, Instagram und Youtube. Der Mund ist Twitter. So lebt es im Netz – in der Matrix.

Wir alle wollen gut aussehen und streben nach Anerkennung. So auch das digitale Ich. Daher muss es mit Informationen gefüttert, gepflegt und gewartet werden. Dann kann es gedeihen und sich weiterentwickeln. Dies ist ein völlig neuer Ansatz zur aktiven Entwicklung eines zweiten, digitalen Ichs.

So werden selbst meine Enkelkinder, deren Technologien bereits weit über heutige hinausgehen werden, meine Gedanken, Ideen, Fotos und Videos aufnehmen können. Ich bin überzeugt davon, dass dies bereits über eine Art von Speicher-Gehirn Synchronisation erfolgen wird. Die übertragenen Informationen werden dann wie eigene Erinnerungen empfunden und erlebt.

Die Zukunft kann kommen.

Synchronisiere Deine Gedanken mit Hans.

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Memo aus 2011 an mein zukünftiges Selbst: “Wir sind gerade dabei Informationen von lokalen Speichern auf Netzspeicher (die Cloud) zu übertragen.”